Home Ventus 2c

Das Modell gehört Wadl; er hat es auf seiner Homepage http://home.arcor.de/wadlpower beschrieben. Mit seiner Erlaubnis habe ich auch ein paar Bilder von ihm benutzt.


Ventus 2c

Vertrieb Wemo
Maßstab 1:3

Spannweite

5/6 Meter
Gewicht ca. 13kg

Profil

HQ 2,5/15, 13, 12, 10, 8

Vorwort zu Wadl:
Wadl…., was soll man über Wadl sagen? Wer ihn kennt liebt ihn. Seit mehreren Jahren ist er Mitglied in unserem Verein. Obwohl er erstklassige LRK's baut ist er ganz dem Modellsegelflug verfallen. Zu unserer großen Freude baut er fast nur noch vorbildgetreue Großsegler. Je größer, desto lieber. Thermik nutzt er oft und gerne, allerdings zwängt sich in mir der Verdacht auf, dass Thermik bei ihm nur einen Zweck hat. Nämlich potentielle Energie in kinetische Energie umzuwadln. Wie auch immer; Wadl ist immer gut drauf und ohne sein breites Grinsen sieht man ihn wohl kaum am Modellflugplatz. Noch breiter wird sein Grinsen (und nicht nur sein's) wenn irgendwo aus dunklen Kanälen ein paar Bier auftauchen. Wie gesagt wir sind froh ihn in unseren Reihen zu haben. So, doch jetzt zum Ventus.

Wadl
Vorwort zum Modell:
Ende September 2006 war wieder Schlepptag angesagt. Da ich nach Wadl's Ventus 2c geschleppt wurde hängte ich mich mit meinem 5m Discus bequem in seinen Bart. Allerdings konnte ich thermisch nicht mithalten. Bald meinte Wadl er würde einen Überflug machen. Kurz danach ein ordentliches, schnelles Pfeifen, dann noch mal. So richtig wegsehen konnte ich allerdings nicht. Nach meiner Landung steckte Wadl die kurzen Ohren an. Wieder in der Luft erklomm er eine Höhe von ca. 600 Meter (laut Vario), und er meinte das würde ja für einen Überflug reichen!? Bei Anstechen drehte er noch eine Rolle, behielt den geneigten Winkel aber bei. Mein erster Gedanke war, dass der 2c jetzt bald flattern würde - jetzt müsste er bald flattern - der flattert nicht, den zerreißt es einfach. Wie auch immer, ich ging einige Schritte zurück. War allerdings nicht nötig; alles im grünen. Einen so schnellen Überflug mit einem Segler hatte ich noch nicht gesehen.


Ventus mit Discus


Flächenverbindung über Holmstummel

Bauausführung:
Das Modell wird vertrieben von der Firma www.wemo-modellbau.de. Wadl hat allerdings seine Wünsche zum Modell eingebracht, so dass es sich um kein reines "Serienmodell" handelt. Die Sonderwünsche betrafen:
  • Tragflächen voll mit Kohlefaser unterlegt
  • Rumpf mit diversen Kohlefaser - Verstärkungen
  • Ohne Fahrwerk (Wadl baute sein eigenes ein), normalerweise ist bereits ein Fahrwerk fix und fertig eingebaut
  • Kabinenrahmen separat (Wadl hat da sein eigenes Rezept); der Rahmen ist sonst fertig seitlich aufklappbar angeschlagen.
Das Modell wurde persönlich geliefert und kann nach der Lieferung zusammengesteckt werden. Dabei wird der Kraftschluss der Flächen mittels eines Holmstummels auf die andere Fläche übertragen. Die Flächen werden dann mit einem Bolzen gesichert. Die Krafteinleitung in den Rumpf erfolgt mittels 4 Querkraftbolzen an den Flächen. Dies entspricht im Wesentlichen dem Original. Die Außenflügel für 5 bzw. 6 Meter Spannweite werden mit einem Rundstahl und Torsionsstift konventionell angesteckt. Die Ruder sind als "Elastic Flaps" angeschlagen. Diese "Elastic Flaps" erfüllen sehr gut ihren Zweck. Allerdings ist auf der Unterseite der Ruder ein Abdichtband angebracht, welches seiner Bestimmung nur widerwillig nachkommt und seinen Namen nicht verdient. Da gibt es bessere Lösungen mit GfK-Dichtlippen. Eingebaut werden müssen noch die Servos, die Verkabelung sowie ein Cockpitausbau kann vorgenommen werden. Dazu liegen Instrumentenpilz und Sitzwanne bei.

Steckung für den Außenflügel
In den Flächen wird für jede Klappe ein Servo verwendet, so dass für Querruder und Wölbklappen sechs Servos benötigt werden. Für die inneren 2 Klappen wurde jeweils ein 19mm Servo, im Aufsteckohr ein 17mm Servo verwendet. Optional kann bei der 6m Version die äußerste kleine Klappe noch mit einem zusätzlichen Servo angelenkt werden. Wadl hat diese Klappe allerdings stillgelegt. Die Servos der 500mm Störklappen sind ebenfalls in den Flächen. Zusammen mit Höhenruder, Seitenruder, Fahrwerk und Kupplung kommt man so auf 12 Servos. Bei Wadl sind alle aus dem Haus Hitec, wobei für Höhenruder und äußere Querruder digitale verwendet wurden.

Wadl's flatterfreie Anlenkungen
Im Großen und Ganzen gibt es an der Bauausführung nichts zu mäkeln. Die Flächen sind auf Torsion und Biegung sehr gut und auch der Rumpf ist sehr stabil. Auch die Oberflächen sind ok. Einzig die Steckungen wurden von Wadl nachgearbeitet.
Bei einem solchen Segler ist eine Doppelstromversorgung natürlich obligatorisch. Mir persönlich reichen zwar zwei, über Dioden entkoppelte Akkus, aber Wadl hat eine Weiche von Emcotec eingebaut. Diese Weiche kann alle möglichen Parameter anzeigen wie entnommene Kapazität pro Akku, Spitzenstrom usw.

Einstellwerte: (ohne Gewähr)

Schwerpunkt93mm von Vorderkankte Flügel
Wölbklappen
Thermik
ca. 2-3mm positiv
Wölbklappen
Schnellflug
3 mm negativ
Querruder mitwölben
Querrruder:
oben
unten

ca. 1,3 - 1,6 cm
ca. 0,8 - 1,1 cm
Höhenruder:
oben
unten

1,7 cm
ca. 0,8 cm
Seitenrudersoviel wie möglich
Fliegen:
Der 2c flog von Anfang an völlig problemlos. Die EWD und der vorgeschlagene Schwerpunkt passten perfekt.

F-Schlepp:
Der F-Schlepp ist problemlos. Bedingt durch die mehrfache V-Form ist einfädeln normal kein Thema. Allerdings neigt der 2c etwas die Schleppmaschine übersteigen zu wollen. Wadl setzt zu beginn des Schlepps die Klappen positiv und fährt sie nach so nach 50 m Höhe neutral, um den "höhendrang" entgegen zu wirken. Für den Schlepp reicht eine 3m Piper mit ZG 62 aus. Handstart und Winde wurde noch nicht erprobt, sollten aber für keine Überraschungen sorgen.


Startvorbereitungen
Thermikflug:
In der 6m Version ist der Thermikflug ein Genuss. Der nach oben gewinkelte Außenflügel besitzt wohl eine stabilisierende Wirkung um die Längsachse. Jedenfalls ist er sehr angenehm zu kreisen ohne ständig korrigieren zu müssen. Man kann ihn dabei schön langsam und dezent kurbeln. Wadl fährt dabei alle Klappen der Endleiste nach unten. Wie ich selbst erfahren musste ist dabei offensichtlich die "Steigleistung" ganz gut. Laut Wadel ist in der 5m Version ist die "Steigleistung" merklich geringer. In beiden Versionen ist das Überziehen problemlos. Erst nach "endlosem Ziehen" und deutlich sichtbar hohem Anstellwinkel fällt er über die Fläche weg. Mit nachgehen der Ruder hat man ihn jedoch sofort wieder unter Kontrolle.

Kunstflug:
Obwohl ein 2c keine Kunstflugsegler ist, macht er alles mit was so eine Auslegung können darf. Angenehm ist dabei der "gute Durchzug" des Modells, so dass auch Außenloop's ohne Gefahr zu verhungern schön gehen. Im Schnellflug wird die komplette Endleiste so 3 mm nach oben gewölbt. Dies hat den schönen Nebeneffekt, dass auf dem Rücken nur sehr wenig nachgedrückt werden muss.
Wadl führt Kunstflug normal nur in der 5m Version durch. Sicherlich kann man auch in der langen Version turnen, jedoch ist er dabei sichtlich träger um die Längsachse. Durch die Anlenkung der äußerten Klappen sowie die Einstellung der Ruder könnte dies verbessert werden, aber warum? Die lange Version ist für Thermikflug eingestellt, die kurze für Kunstflug.

Schnellflug:
Dazu gibt nur eigentlich nur eins zu sagen. Ich hab nie was Besseres gesehen. Wadl verheizt 850 Meter auf einen Zug, wobei nach seiner Aussage Überflüge aus mehr als 600 Meter wohl nicht mehr schneller werden. Es gab mal Versuche ihn mit einer Radarpistole zu messen. Allerdings konnte er bei den schnellen Überflügen nicht richtig angepeilt werden. Bei reduzierter Speed wurden 250 km/h gemessen. Man kann also davon ausgehen dass die schnellen Überflüge sicherlich im Bereich von 300 km/h liegen.
Mich hat verwundert, dass der 2c nicht flattert, zumal ein HQ verwendet wird. Hierzu tragen sicherlich neben der stabilen Bauweise auch die von Wadl selbst gefertigten sehr steifen Anlenkungen bei.

Landung:
Die Landung ist unspektakulär. Die Anflug- und Landegeschwindigkeit ist aufgrund der Wölbklappen völlig normal. Die Störklappen wirken gut. Ohne Radbremse ist allerdings die Rollstrecke zu beachten. - Alles in Allem - Super Segler.

November 2006