HomeVentus 2c
 

Hersteller Fa. Möller
Maßstab 1:3,5

Spannweite

5,14 Meter
Gewicht 6,8 kg

Profil

HQ 2,5/13

Vorwort:

Im Spätsommer 1999 war ich beruflich in der Gegend von Dortmund und konnte mir dort die Modelle von Herrn Möller ansehen. Was ich da sah überzeugte mich, so dass ich im November 1999 einen Ventus 2c bestellte. Im Februar war der 2c fertig und es stellte sich die Frage: Abholung oder Versand? Da es eine einfache Wegstrecke von mir über 600 km zu fahren waren fiel die Wahl auf Versand. Ein Entschluß den ich bitterlich bereute. Ca. zwei Wochen nach dem Versand war der Flieger nicht mehr auffindbar, dann nach langem hin und her wurde er geliefert. Dummerweise war weder ich noch meine Frau da, so dass er bei meiner Mutter abgegeben wurde. Der Fahrer hatte meine Mutter auch von dem ordnungsgemäßen Zustand des 2c überzeugt. Er hatte den Deckel in der Mitte etwas angehoben und erklärt "Der is gut verpackt. Da fehlt nichts!" Sprachs und meine Mutter unterschrieb "vollständig und ohne Beschädigungen erhalten". Tatsächlich war der Karton der Länge nach gestaucht und beide Anschlußrippen für die Außenflügel geschädigt. Eine Wurzelrippe war leicht beschädigt, die andere nach der Steckung im Winkel von ca. 45 Grad nur noch Matsch. Es folgten unzählige Telefonate und Briefe mit Herrn Möller und der Spedition. Da aber die Unterschrift geleistet war interessierten meine Ansprüche niemanden so richtig. Ein Rechtsstreit war mir allerdings nervlich und finanziell zu aufwendig. Also Zähne zusammenbeißen, Gewebe zuschneiden, Harz anrühren, Spachteln, Schleifen ... Niemals einen Grossegler von Fa. Möller schicken lassen,   sondern immer selbst abholen. Doch nun zum angenehmen.

Baukasten

Der Gfk-Rumpf war ohne Makel und hielt allen Beanspruchungen bis jetzt ohne jeden Lackriss stand. Auch die Gfk-Leitwerke sind ausgezeichnet. Die Flächen musste ich als erstes reparieren. Die streckbaren Außenflügel wurden fest angeklebt. Ein Transport ist damit auch in einem Golf noch ohne Probleme möglich.

Die Flächen werden mit einem 16er Kohlestab verbunden. Ich habe zwar immer noch Bedenken dass er mal bricht, aber solange er keine Einkerbungen im Rumpf-Flächen-Übergang aufweist, hoffe ich dass nicht viel passiert. Die Flächen waren sehr sauber und gerade aufgebaut, fertig verschliffen und mit einer Gfk-Nasenleiste ausgestattet. Die Störklappen waren eingebaut und verkleidet. Die Ruder waren bei mir ausgeschnitten aber nicht verkasten. Dies ist jedoch individuell mit Herrn Möller auszumachen. Man kann selbstverständlich auch die fertige Hohlkehle von ihm beziehen. Der 2c besitzt pro Fläche 4 Ruderklappen. Da ich nur 9 Kanäle zur Verfügung habe, heisst es da Haushalten. Die inneren Klappen laufen über V-Kabel als Wölbklappe, die mittleren und äußeren gemischt als Wölbklappe und Querruder. Die Kappen in den Ohren wurden mit den äußeren Kappen mechanisch verbunden. Die Störklappen wurden abweichend vom Baukasten im Rumpf mit einem Zentralservo angelenkt. Die Festigkeit der Flächen auf Torsion und Durchbiegung ist sicherlich für alle "normalen" Lebenslagen mehr als ausreichend.

Dem Baukasten liegt eine ausführliche Montageanleitung bei, in der alle wichtigen Dinge wie Schwerpunkt und Ausschläge aufgeführt sind. Alles in allem ein sehr guter Baukasten, der seinem Preis sicherlich gerecht wird.

Fliegen

Ja, da war er nun. Keine Möglichkeit für einen F-Schlepp, und die Winde wollte auch keiner Aufbauen. Erstflug mit der Gummiflitsche am Hang (oder besser abfallende Wiese) war angesagt. Also Mut gefaßt, Gummi ausgezogen und los. Nach einem großen Vollkreis ohne Überraschungen lag er wieder im Gras.

Der gute Eindruck hat sich bis heute mehr als bestätigt. Es ist der beste Flieger den ich bis dato hatte. Dies in Bezug auf Leistung wie auch vom Handling. Sowohl bei schwachwindigen Wetterlagen mit schwacher bis mäßiger Termik, wie auch bei guten Lagen macht er viel Spaß. Das Kreisen ist ein Genuß. Bedingt durch sein Gewicht liegt er sehr ruhig im Kreis ohne große Fahrtänderungen, welche man bei leichten Seglern oft hat. Vor allem ist es ein Genuß schwache Bärte auszukreisen. Das Abreisverhalten ist abolut unkritisch. Schon öfters habe ich den 2c mit völlig gezogenem Höhenruder in steileren Kreisen gehabt, ohne Strömungsabrieß zu erleiden.

Mit negativer Klappenstellung zeigt er auf der anderen Seite ordentlichen Vorwärtsdrang. Auch der Durchzug ist für meine Begriffe nicht schlecht. Im Kunstflug kann man alles machen was man von einem Segler dieses Kalibers erwarten kann, wobei natürlich gerissene und gestoßene Figuren ausgenommen sind. Bei Austausch des Kohlestabes gegen einen Stahlstab würde sich die Dynamik sicherlich noch erhöhen. Bis jetzt habe ich es allerdings nicht ausprobiert.

Die 350er Landekappen wirken gut mit geringem kopflastigen Moment. Natürlich muss bedingt durch die Masse und Größe eine halbwegs vernünftige Landeeinteilung vorgenommen werden. Aufgrund des Gewichtes kann es allerdings schon vorkommen, dass die Landung bei turbulenten Bedingungen am Hang auch mal etwas härter ausfällt.

F-Schlepp, Winde, Flitsche und Handstart sind problemlos zu machen.

Es ist ein Genuß den 2c zu fliegen. Beim gemeinsamen Fliegen mit einem Graupner Discus2 (4,5m) zeigte sich, daß der 2c dem Discus beim Steigen und Gleiten mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist. Jedoch ist dies nur unser subjektiver Eindruck.

Juni 2002