| Vorwort:
Das Modell wurde gebaut und geflogen von Alfred. Die Idee, welche dahinterstand war der Versuch einen stark gepfeilten, mit hoher Streckung versehenen Nurflügler nach der Horten-Theorie in ansprechender Größe zum Fliegen zu bekommen. Dafür bot sich Horten VI an. Leider hat Alfred seine Modellfliegerei in letzter Zeit stark eingeschränkt, da er sich mehr anderen Luftsportaktivitäten zugewendet hat. |
|
|||||||||||||||||
Konstruktion: Die Berechnung der Auftriebverteilung wurde von einem Bekannten, der seinerzeit Luft- und Raumfahrt studierte, durchgeführt. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals von Alfred an Andreas Mack. Dabei wurde der Profilstrack und die zusätzliche geometrische Schänkung festgelegt. Um die Glockenverteilung zu erreichen wurde bis zur Halbspannweite um ca. 1,7 Grad gedreht, insgesamt jedoch ca. 9 Grad. Trotz der starken Pfeilung, welche an sich ein hohes Maß an Flugstabilität erzeugt, musste zusätzlich noch 2 Grad V-Form pro Seite eingebaut werden. Diese V-Form war nötig um bei Start und Landung die nötige Bodenfreiheit an den Randbögen zu ermöglichen. Für die Flugeigenschaften wäre keine oder eine kleine negative V-Form besser. Die Position der verwendeten Schempp-Hirth Störklappen (350 mm) wurde so festgelegt, dass sie knapp vor dem Neutralpunkt liegen. Dadurch wird beim Ausfahren ein leicht kopflastiges Moment erzeugt. Dieser Effekt ist gewollt und hat sich in der Praxis sehr gut bestätigt. Der Flügel spitzt sich von 310 mm and der Wurzel auf 90 mm am Randbogen zu. |
|
|||||||||||||||||
| Aufbau der Flächen:
Die Flächen wurden konventionell als Sandwitch aufgebaut. Als Holm wurde ein kohlebeplankter Schaum als Sandwitch aus dem Flugzeugbau verwendet. Der Holm reicht bis etwa mitte Querruder. Der Holm wurde etwas niedieriger geschnitten als der Kern tatsächllich ist. Der verbleibende Raum wurde mit Kohlerovings aufgefüllt, welche bis zum Randbogen durchlaufen. Die Flächensteckung besteht aus je einem Alurohr pro Fläche, mit 28 mm Durchmesser und 2 mm Wandung. Um die erwarteten hohen Torsionskräfte abzufangen wurde der ganze Flügel mit 390 g/m2 Kohlegewebe diagonal belegt. Das ganze wurde mit 1.5mm Abachi beplankt, wobei gleich eine CfK -Nasenleiste mit angeformt wurde. Es wurde pro Fläche nur eine Steuerfläche herausgetrennt. Diese Steuerfläche ist sowohl Quer wie Höhenruder.
|
||||||||||||||||||
|
Rumpf:
Für die ersten Versuche wurde ein einfacher Holzrumpf verwendet. Später wurde ein Urmodell CNC - gefräst und eine Form erstellt. Daraus baute Alfred einen Rumpf, unter Einsatz von reichlich Kohle. Der Zugang zum Rumpf erfolgt über die Kabinenhaube.Unter der Rumpfspitze wurde eine Kufe (6mm Stahldraht) angebracht, um beim Bodenstart die notwendige Anstellung zu erreichen. Zum anderen sollte diese Kufe bei harten Landungen als Soll-Biegestelle größeres Unheil vermeiden......... Das Original hatte unten an der Kufe noch ein abwerfbares Rad, um zum Start mehr Anstellung zu erhalten als zur Landung. Diese Kufe beim Modell war eigentlich nur eine Zwischenlösung; es war eine originalgetreuere Lösung anvisiert. . |
|||||||||||||||||
|
Fliegen:
Die ersten Starts wurden mittels Gummiflitsche unternommen. Diese zeigten, soweit man das sagen konnte, ein zufriedenstellendes Ergebnis. Daraufhin wurde der erste F-Schlepp unternommen. Es ist eine Schleppkupplung im Rumpf eingebaut; eine V-Fesslung war nicht nötig. Wie sich später herausstellte war allerdings der Schwerpunkt zu weit hinten. Aufgrund dieser Schwerpunktlage war die Steuerung um die Hoch und Querachse sehr eingeschränkt möglich. Ein starker seitlicher Ruck am Seil von der Schleppmaschine in der ersten Kurve tat ein übriges. Obwohl sofort ausgeklinkt wurde waren starke Schwingungen um die Hochachse da, welche nicht mehr ausgesteuert werden konnten und schließlich im Trudeln endeten. Mit Glück und wohl auch Können konnte das Trudeln knapp über den Boden beendet werden. Mit korrekt eingestelltem Schwerpunkt sind F-Schlepps allerdings ohne Besonderheiten durchzuführen. Nur die geringe Bodenfreiheit der Randbögen ist zu beachten. Bei guten Bedingungen wurden auch Handstarts am Hang durchführt. Diese verliefen ohne Besonderheit. |
|||||||||||||||||
| Ein generelles Problem beim Fliegen ist das negative Wendemoment. Um dieses Wendemoment zu verbessern wurde bei Querruder-Vollauschlag die entsprechende Störklappe einige Millimeter ausgefahren. Diese Maßnahme verbesserte das Handling sehr, allerdings geht es natürlich auf Kosten der Leistung. Vollausschlag an den Querrudern wird zum Einleiten einer Kurve benötigt, danach kann der Ausschlag zurückgenommen werden. Zum Kreisen sind nur geringe Korrekturen in Kreisrichtung nötig. Aufgrund des Gewichts und der erhöhten Grundgeschwindigkeit ist die Horten allerdings nicht so optimal für Termikflug. Wird mehr gezogen werden relativ schnell die Ruder "weich". |
|
|||||||||||||||||
| Die auftretenden Torsionskräfte sind offensichtlich nicht
zu unterschätzen. Bei dem Versuch Geschwindigkeit für einen Looping
aufzubauen trat nach ca. 100 m Anstechen Flattern auf, das aber sofort wieder
beendet werden konnte. Trotz des massiven Kohleeinsatzes konnte das Flattern
nicht verhindert werden.
Ein weiteres Problem tat sich erst beim Fliegen auf, das im Vorfeld gar nicht so eingeschätzt wurde. Von vorne oder hinten betrachtet ist die Horten nur noch "ein Strich in der Landschaft". Wenn das Modell unter den Horizont absteigt ist oftmals das Modell, geschweige denn die Fluglage nicht mehr zu erkennen. Nach Ziehen und Drücken zeigt das Modell dann wieder mehr Fläche und ist wieder erkennbar. Nach der Meinung von Alfred ist durch die massive Bauweise der Flügel etwas schwer geraten. Dies muss durch 2 kg Blei in der Rumpfspitze kompensiert werden. Dieses macht das ganze Modell unnötig schwer und verleiht dem Modell eine erhöhte Mindestgeschwindigkeit, was wieder auf die Termikleistung drückt. |
||||||||||||||||||
|
Resümee:
Der Wunsch ein solch exotisches Fluggerät um Fliegen zu bringen wurde voll erfüllt. In der jetzigen Konfiguration ist es ein ordentlich fliegendes Modell. Würde Alfred nochmals so was bauen, so würde er zwei Änderungen vornehmen.
|
|||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
| Januar 2003 | ||||||||||||||||||