Home Discus 2

Das Modell gehört Manfred B. & Jörg. Dieser Bericht wurde von Manfred, Jörg und Norbert verfasst.

Vorwort:

Warum kauft man sich einen Graupner Segler? Nachdem wir unserer beiden Röbers Twin Astir überdrüssig geworden sind entschlossen wir (Manfred B. und Jörg) uns einen Twin bei unserem "favourite dealer" in Zahlung zu geben. Da dieser Händler allerdings nur 80% des Verkaufpreises an seine Kunden weitergibt, doch den vollen Betrag bei dem Einkauf berechnet, war klar, dass es etwas neues aus dem Sortiment des Kommerzvertreibers sein musste. Und da war die Auswahl äusserst gering: Also wurde es ein D2 von Graupner.

Hersteller Graupner
Maßstab 1:3,3

Spannweite

4,5 Meter
Gewicht ca. 8,5kg

Profil

HQ 3/14
Erste Begutachtung:

Der Rumpf war in Bezug auf Oberfläche und Stabilität mit das Beste, was wir bisher im Großseglerbereich gesehen hatten.

Die Tragflächen waren sauber verschliffen. Die 370 mm Störklappenkästen waren eingeklebt, jedoch mussten die Klappen in den Kästen montiert werden. Die Kontrolle des Holmverlaufes mittels Stecknadel ergab, dass der Holm bis über die Querruderservoaussparung hinausgeht.

Das Höhenruder war wie die Flächen ebenfalls sauber ausgeführt.

Das GfK Seitenruder mit Befestigung war mit 110g etwas schwer ausgefallen, aber optisch einwandfrei.

Weiterhin lagen dem Bausatz bei:
  • Wirklich exakt passende, ausgeschnittene Kabinenhaube. Leider war die blaue Einfärbung etwas zu dunkel
  • Passgenauer GfK-Kabinenhaubenrahmen weiß
  • Tiefgezogene (Joghurt-Becher) Sitzwanne
  • 16mm Rundstahl
  • Bespannfolie (nicht benutzt)
  • Graupnerübliche Kleinteile

Die erste Begutachtung fiel also ganz positiv aus.

Bau

Rumpf

Der Rumpf war, wie bereits gesagt, von der Festigkeit und Oberfläche her sehr gut. Die von Graupner angedachte Spantenkonstruktion aus nur 3-fach verleimten Pappelsperrholz wurde bis auf zwei Ausnahmen nicht benutzt:

  • Fahrwerkspanten
  • Verlängerung der Rumpfröhre im Seitenleitwerk

Auch die Flächenverriegelung wurde nicht benutzt, da eine dauerhafte Befestigung des Stiftes in der Fläche nicht sicherzustellen war. Statt dessen wurden Klipse eingebaut, welche bei MPX oder beim Möbelzubehör zu haben sind.

Das Höhenruder wurde wie üblich direkt in die Seitenflossen eingeklebt

Flächen

Die Flächen waren in Styro-Abachi ausgeführt. Die Festigkeit in Bezug auf Biegung und Torssion kann als ordentlich bezeichnet werden. Allerdings ließ die Druckfestigkeit der Flächen zu wünschen übrig. Besonders lobenswert war der sehr gute Rumpf - Flächenübergang und die Passgenauigkeit der hinteren Torssionstifte. Die bereits beim Höhenruder praktizierte Freilegung der Elastikflaps wurde bei den Querrudern nicht mehr angewendet, da dies zu aufwendig war. Bei den äusseren Querrudern waren die Elastikflaps eh nicht mehr vorhanden. Die Ruder wurden abgetrennt.

Im Bereich der Knickohren waren Profilungenauigkeiten festzustellen. Hier hat der Hersteller gespachtelt und geschliffen. Dies führte zu unterschiedlichen Profildicken.

Die Kräfte der Fläche werden von einem 16 mm Rundstahl und 4mm Torssionstiften aufgenommen. Eine Kohleführung für den Rundstahl im Rumpf verhindert dessen Durchbiegung.

Für die inneren Querruder konnten 19 mm Servos verbaut werden, bei den äusseren nur noch solche mit 13 mm

Die Flächen wurden mit 110g Glas beschichtet, das Höhenruder mit DDS Lack behandelt. Danach kam das übliche. Füllern, Schleifen, Grundieren, Schleifen, Lakieren vielleicht nochmals schleifen, schleifen ...

Höhenruder

Das Abachi-Styro Leitwerk war von guter Qualität. Allerdings war das "freilegen" des als Elasticflap dienenden Abreißgewebe nicht sehr einfach ohne das Abreißgewebe zu verletzen. Es musste oben das Furnier und unten ca. 5mm Balsaholz entfernt werden.Click auf Bild = größer

Die von Graubner vorgesehene Befestigung wurde nicht verwendet. Zum einen erschien das Gewicht zu hoch, zum anderen war nicht sichergestellt, dass das Höhenruder bei einer harten Landung "wegfliegen" kann. Es wurde die "Standardmethode mit zwei Senkkopf - Nylonschrauben M5 angewandt. Die EWD wurde auf ca. 1 Grad eingestellt.

Seitenruder

Das mit der Aufnahme fertige GfK Seitenruder war ebenfalls von sehr guter Qualität. Die Befestigung erfolgte mit den beigelegten GfK - Zungen und dem Kohlestab als Achse.

Cockpit

Der beiliegende Rahmen wurde für den Cockpitausbau in drei Teile zersägt:

  • Kabinenhaubenramen
  • Instrumentenpilz
  • Sitzschale

Der Cockpitausbau wurde unter Verwendung von teils käuflichen, teils selbst hergestellten Teilen von Jörg ausgeführt.

Click auf Bild = größerHaube

Die Cockpithaube wurde seitlich aufklappbar montiert. Der Rumpf wurde im Bereich der Scharniere verstärkt.

Fahrwerk

Es wurde das vorgeschlagene Graupner Fahrwerk eingebaut. Die Radbremse wurde nicht realisiert, da die Platzverhältnisse bedingt durch den Cockpitausbau dies nicht zuließen. Da Fahrwerk funktioniert gut.

Fliegen:

Zu Beginn der "Flugerprobung" gab es Probleme, da das Ausfliegen des Schwerpunktes bei wohl nicht richtig eingestellter EWD erfolgte (genaueres ließen sich Manfred & Jörg nicht entlocken). Die führte dazu, dass bei ca. 50% Schwerpunktlage das Flugverhalten als kritisch bezeichnet werden konnte. Das Einstellen der EWD und entsprechendes Trimmgewicht brachten da rasch Besserung - Schwamm drüber.

Das Termikkurbeln wird von Manfred als "leicht und spielerisch bei korrekter Schwerpunktlage" bezeichnet. Sicherlich liegt auch hier die "Hauptanwendung" des Discus 2. Sowohl die Flächenbelastung wie auch das Handling sind auf den Termikflug abgestimmt.

Im Schnellflug zeigt er ein "relativ" instabiles Verhalten um die Hoch und Querachse. Im Stechflug ist ein ständiges Nachsteuern erforderlich.

Die Rollwendigkeit für den Normalflug und auch bei Rollen (4/4) kann als ausreichend bezeichnet werden. Der Rückenflug ist bedingt durch die mehrfache V-Form kein besonderes Vergnügen. Der Durchzug ist weder besonders gut, noch besonders schlecht.

Die Biegefestig ist gut; es ist nur eine geringe Durchbiegung erkennbar. Auch im Bezug auf Torsion gibt es keine Probleme; Flattern ist bis jetzt nicht aufgetreten. Die Störklappen zeigen eine ordentliche, aber nicht berauschende Wirkung.

Das Abreiss- bzw. Landeverhalten ist gutmütig. F-Schlepp, Winde und Flitsche gehen problemlos. Beim Handstart liegt der voluminöse Rumpf allerdings nicht besonders in der Hand.

Fazit:

Der Discus 2 zeigt ein ausgewogenes Verhalten im Termikflug, jedoch sind Schwächen im stabilen Geradeausflug vorhanden. Auch durch die Beschichtung und Lackierung der Flächen wurde der Segler nicht zu schwer, Ambitionen als Kunstflugsegler hat er sicherlich keine. Das Modell konnte Manfred und Jörg wohl nicht ganz überzeugen. Jörg brachte dies mal so zum Ausdruck: "Der Gewalt Duo ist um Welten besser."

Juli 2002