Home DG 600
Vorwort

Die DG 600 kaufte ich im Frühjahr 1993 und flog sie noch im gleichen Sommer. Für mich war es der erste Segler über 4 m und im Maßstab 1:3,5. Ich war damals fast geneigt dazu Großsegler zu sagen. Fast zur selben Zeit kauften Manfred und Jörg ebenfalls die 600 und eine ASW 20 im gleichen Maßstab. Auch ich schwankte beim Kauf zwischen der 600 und der 20. Im Nachhinein denke ich, dass die 20 wohl die bessere Wahl gewesen wäre, da die Dynamik des Flugzeuges und auch die Stabilität der Flächen besser ist.

Hersteller Gewalt
Maßstab 1:3,5

Spannweite

4,8 Meter
Gewicht ca. 7 kg

Profil

HQ 3/14

DG 600 im Doppelpack

Bau

Das Modell ist von Gewalt; entsprechend gut ist der Baukasten. Bei den Flächen waren die Ruder und die 350er Störklappen zu verkasten.. Die Wölbklappen und Querruder waren bereits ausgeschnitten. Der Rumpf war sehr gut, allerdings ist er jetzt nach den Jahren etwas vergilbt. Kabinenhaube mit Sitzwanne und Instrumentenpilz gehörten auch dazu. Als Flächenverbinder dient ein 12 mmm Rundstahl, nicht gerade üppig, aber die 600 ist eh nur für den Unterschallbereich gedacht.

Fliegen

Der Erstflug war an der Winde. Dabei machte die 600 keine Probleme, nur im Landeanflug nahm sie eine Fläche runter. Ich gab eigentlich nicht viel darauf. Allerdings sollte sich die Sache am Hang auswachsen. Beim Kurbeln am Hang kippte mir die 600 regelmäßig über den Aussenflügel ab. Ein Umstand den ich bis heute noch nicht verstehe, da der Strömungsabriss eigentlich zuerst am kurveninneren Flügel auftreten sollte. Ausserdem zeigte dieselbe 600 von Manfred & Jörg diese Eigenheit nicht. Diese Eigenheit war nur am Hang ausgeprägt.

Ein alter Bekannter am Hang kannte allerdings diese Eigenheit der 600 und meinte, daß ein befreundeter Modellflieger die Abkipptendenz mit Winglets in den Griff bekommen habe. Na ja, getreu dem Grundsatz nur an einem Parameter zu drehen und dann die Wirkung zu überprüfen, drehte ich an drei. Also, Winglets gezimmert, Aussenflügel mit Zackenband versehen, Schwerpunkt etwas nach vorne - hau ruck- flieg oder stirb!. - Sie flog -.

Von jetzt an waren die Flugeigenschaften so wie ich mir das vorstellte. In der Termik läßt sie sich schön kurbeln und man darf auch kräftig ziehen, nur irgendwann ist Schluß. Ganz so idiotensicher wie der Ventus 2c ist sie nicht. Der Strömungsabriss ist jetzt harmlos und mit anderen gutmütigen Modellen durchaus vergleichbar. Ich habe seitdem nicht mehr an den Einstellungen gedreht (Never touch a running system).

Die Termikleistung ist gut, auch schwache oder verrupfte Termik kann gut genutzt werden. Thermikfliegen ist auch die Domäne der 600. Man kann sie natürlich auch schnell fliegen und Kunstflug mit ihr betreiben. Allerdings setzt nach meiner Meinung die geringe Flächentiefe am Randbogen hier die Grenze. Zum einen zeigt der Momentenbeiwert des HQ 3/14 mit Flattern seine Wirkung. Zum andern wollte ich nach schellen Überflügen noch eine Rolle dranhängen und hatte nur noch wenig Querruderwirkung. Nach unserer Meinung lenkt das Querruder zwar aus, jedoch verwindet sich die Fläche, so dass das Querruder zum Teil kompensiert wird. Da dies erst die letzten Jahre aufgetreten ist, denke ich dass die Fläche im Laufe der Zeit vielleicht etwas weicher, (oder mein Flugstiel etwas härter) geworden ist.

Handstart, Winde, F-Schlepp, Flitsche, alles kein Problem.

Im großen und ganzen bin ich von der 600er, vor allem dem Flugbild, so angetan, dass ich mir eine größere im Maßstab 1:3 zulegte.

Sichtbarer Holmverlauf aufgrund Betauung 

Manfreds DG 600  

Oktober 2002