Home ASW 28 

28 im kraftvollem Anflug

Hersteller HF-Modell
Importeur Lenger
Bauweise Voll-GfK

Spannweite

4 Meter
Gewicht 5,5 kg (GfK-Stab)
6 kg (Stahl-Stab)

Profil

HQ 3/14
Das Modell gehört Manfred und Jörg.

Bewertung der Einzelteile:

Positiv
  • Gute Stabilität der Flächen (Holzholm mit Kohlerovings belgt); Ruder fertig mit Elasticflap
  • Gute Oberfläche der Tragflächen
  • Flächen bis auf Einbau der Servos und geringfügige Nacharbeit fertig
  • Rumpf mit fertig eingebautem Fahrwerk, Seitenruderabschlußspant; gute Festigkeit und Oberfläche; Fahrwerksklappen funktionsfähig
  • Höhenruder sauber verarbeitet; gute Oberfläche; Ruder mit Elasticfap angeschlagen
  • Fertig ausgeschnittene und verklebte Haube
  • Verwendbare tiefgezogene Sitzschale
  • Brauchbarer Instrumentenpilz
Negativ
  • Passgenauigkeit an den Übergängen Rumpf/Fläche und Fläche/Winglet ungenau
  • Zu langer (16x560 mm) und damit zu schwerer Flächenstahl; er wurde durch einen Gfk Stab ersetzt
  • Zu dicke Endleiste an den Winglets
  • Erhabenes Firmenlogo auf Flächenoberseite und Seitenruder
  • Stumpfe Rumpfschnauze
  • Seitenruder ist zu schwer
  • Höhenruderanlenkung schwierig zu realisieren; da keinerlei Vorgaben; die Funktion der Anlenkung wurde vom 2c von Fa. Möller übernommen
  • Ungenügende Passgenauigkeit der Kabinenhaube

Bau
  • Die Flächen waren bis auf den Servoeinbau fertig, mußten allerdings bei den oben beschriebenen Mängeln nachgearbeitet werden. Weiterhin fielen die weder optisch noch formschlüssig passenden Servoabdeckungen negativ auf. Für die Flächenbefestigung wurden pro Fläche zwei MPX-Flächenverriegelungen verwendet. Dies führte allerdings aufgrund der ungenau ausgeführten Flächensteckung zu sehr schwer entriegelbaren Verbindung der Flächen. Die Oberfläche und Druckfestigkeit der Schalenflügel wußte zu überzeugen. Die Verarbeitung war sehr sauber, keinerlei Lunker waren vorhanden. Ach war die Decksicht ordentlich ausgeführt. Unseres Erachtes ist die Fläche in der Luft ohne Vorsatz nicht zu zerstören. Die Querruder sind an der Unterseite mit sauber mit minimalen Spalt ausgeführt.
  • Die Trennstelle der Winglets liegt für unseren Geschmack zu weit innen; dadurch fehlt beim Fliegen ohne Winglets einfach ein Stück Fläche. Die Endleiste der Winglets ist eindeutig zu dick ausgeführt, dadurch harmoniert die Endleiste des Winglets nicht mit der Endleiste der Fläche! Das Fächenprofil wurde beim horizontalen Teil des Winglets nicht mehr eingehalten.
  • Das Höhenruder war sehr sauber ausgeführt, jedoch war die Anlenkung der geteilten Ruder nicht vorgegeben. Auch war aus der Anleitung nicht ersichtlich wie die Anlenkung erfolgen sollte. Wir haben uns entschlossen die Anlenkung vom V2 von Möller zu übernehmen. Die Befestigung erfolgt mit zwei M4 Nylonschrauben. Angelenkt wurde es wie immer über ein Servo in der Seitenflosse.
  • Die Qualität und Verarbeitung des Rumpfes war gut. Die Deckschicht war sauber ausgeführt; keinerlei Lunker oder Lufteinschlüsse waren erkennbar. Die Druckfestigkeit war außerordentlich gut. Zu bemängeln war die stumpfe Rumpschauze. Nach Einbau der Schleppkupplung war das Auspachteln der Spitze umungänglich. Leider beeinträchtigt das den optischen Gesamteindruck. Das fertig eingebaute Fahrwerk erzeugte in uns den Eindruck, daß es von der Stabilität des Fahrwerkes und Größe des Rades (80mm) wohl eher für gepflegte Rasenpisten gedacht ist. (dank an unseren Rasenpfleger Andi).



Fliegen:

Dank der hohen Winglets, stabiles, angenehmens Kreisflugverhalten, allerdings verwenden wir für den reinen Termikflug den GfK-Stab, da sonst die Flächenbelastung zu hoch ist. Mit dem Gfk-Stab zeigt sie spielerisches, problemloses Handling in der Termik. Nur kleinste Ausschläge sind für den Termikflug nötig, um Bärte effizient zu nutzen. Die Rolleigenschaften sind aufgrund der Winglets und kleinen Querruder sehr begrenzt. Wir haben versucht durch Verlängerung der Querruder nach außen (Winglets) die Rollwendigkeit zu vergrößeren. Vor der Vergrößerung der Querruder waren vernünftige Rollen auch nach erheblicher Fahrtaufnahme eigentlich nicht möglich. Nach dieser Maßnahme wurden Rollen auch mit geringerer Fahrt möglich, jedoch neigt die 28 zum Strömungsabriß in der Rückenflugphase.

Die gute Statik des Modells läßt auch senkrechte Stutzflüge aus ca. 200 m ohne Flattertendenz zu. Allerdings ist die Endgeschwindigkeit aufgrund es Profils begrenzt. Ab einer gewissen Geschwindigkeit ist kaum noch Fahrtzunahme erkennbar.

Die Dynamik ist für einen 4m Segler angemessen. Übermäßige Kunstflugambitionen sind aufgrund des Profils und der mäßigen Querruderwirkung nicht vorhanden.


Der inzwischen von einem Kollegen erworbene Bausatz zeigte eine deutlich höhere Passgenauigkeit. Offensichtlich sind einige Schwachpunkte erkannt und beseitigt worden ( wir bekommen keinerlei Zuwendungen oder Provision vom Hersteller bzw. Importeuren).

Das Preis-Leitungsverhältnis ist unseres Erachtens gut. Ein Modell in Sandwitchbauweise liegt in ähnlichen Preiskategorien, jedoch ist der Bauaufwand höher. Unseres Erachtens war der Kauf kein schlechtes Geschäft.

November 2002